Das Zivilrecht – Einige Anwendungsbeispiele

Im deutschen Rechtssystem wird zwischen Zivilrecht und Strafrecht unterschieden. Wie aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich beim Strafrecht darum den Täter zu bestrafen. Im Zivilrecht werden hingegen nur Urteile gefällt.

Das Zivilrecht angewendet für Familien

Dieses Recht ist auch unter den Namen Privatrecht geläufig. Es findet Anwendung in Bereichen bei Erbschaftsangelegenheiten und auch bei Familienstreitigkeiten. Können hier außergerichtlich keine Einigungen erzielt werden, muss das Gericht eine Entscheidung fällen. Zu denken wäre hier an eine Scheidung. Dort sind die Fronten oft so verhärtet, dass keine vernünftigen Wege mehr gefunden werden, um sich zu trennen. So nehmen sich meist beide Parteien einen Anwalt und das Zivilrecht kommt zur Anwendung. Alle Fragen werden geklärt und durch das Gericht mit einem Urteil besiegelt. Hier können die Vermögenswerte verhandelt werden, das Sorgerecht ist auch immer ein großer Schwerpunkt in solchen Situationen. Ebenfalls muss man häufig auf das Zivilrecht zurückgreifen, wenn es um einen Erbschaftsstreit geht. Ist den Erben bekannt das der Verstorbene über Vermögen verfügt, kommt es selten dazu, dass das Erbe ausgeschlagen wird. Liegt ein gültiges Testament vor, ist gesetzlich geregelt, wie das Erbe zu verteilen ist. Sind aber keine Angehörigen vorhanden und es gibt keine schriftliche Verfügung, finden sich sehr viele Menschen, die zu Lebzeiten für den Menschen da waren. Sie vertreten die Auffassung, dass ihnen von dem Erbe etwas zusteht. Nur durch ein Urteil im Rahmen des Zivilrechts kann eine Regelung gefunden werden. Das Zivilrecht ist für Privatpersonen, die glauben im Recht zu sein, das Instrument des Staates um endgültige Klärungen herbeizuführen.

Das Zivilrecht in anderen Bereichen

Häufig kann das Zivilrecht auch angewendet werden, wenn es um Kündigungen der Arbeitsverhältnisse geht. Der Gang zum Gericht ist in solchen Fällen nicht selten. Oft empfinden die Betroffenen die Kündigung nicht ordnungsgemäß und auch die ihnen zustehenden Abfindungen werden verweigert. Hier kann im Rahmen des Zivilrechts ein Gericht die Tatsachen prüfen und ein Urteil fällen. Dieses ist dann für beide Parteien, wenn es rechtskräftig geworden ist, bindend. Das Zivilrecht ist sehr wichtig, wenn es den Bereich Schulden betrifft. Können Verträge nicht erfüllt werden, obwohl die Gelder schon geflossen sind, ist das sehr ärgerlich. Der Anwalt wird eingeschaltet. Das Zivilrecht kommt zur Anwendung. Selbst wenn der Schuldner nicht in der Lage ist zu zahlen, erhält der Gläubiger vom Gericht ein Urteil. Es wird ein Vollstreckungsbescheid (Titel) ausgegeben. Wird dieser nicht fristgerecht bezahlt, hat der Titel eine Gültigkeit von 30 Jahren. In dieser Zeit kann er jederzeit vollstreckt werden, wenn sich die finanzielle Lage des Schuldners geändert hat. Durch die vielen Verträge, die inzwischen auch online abgeschlossen werden, gibt es oft Unklarheiten über die Richtigkeit. Es sind gerade im Internet so viele Fallen eingebaut, dass man diese nicht einmal auf den zweiten Blick erkennen kann. Ist man in eine solche Falle getappt, sollte man nicht zögern, einen Anwalt für Zivilrecht zu beauftragen. Dieser kann den Sachverhalt genau prüfen und den Mandanten beraten, ob eine Klage Erfolg versprechend ist.

Das sollte nur ein kleiner Einblick sein, in welchen Bereichen das Zivilrecht Anwendung findet. Jeder sollte nun, falls er ein Problem hat, welches ihm nicht lösbar erscheint, prüfen ob ihm das Zivilrecht, zu seinem Recht verhelfen kann.

Bild: M&S Fotodesign – Fotolia

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